dystopianfuture …electronics and narcissism

9Mar/102

Ein paar Gedanken zu Videotags und dem Matroska Videocontainer

Wenn man die Fähigkeiten einiger populärer Videocontainerformate vergleicht, kommt man schnell zu dem Schluss, dass es nur wenige vernünftige Container gibt, bzw. nur wenige Container die modernen Ansprüchen gerecht werden. Moderne Fähigkeiten eines Videocontainers umfassen unter anderem:

  • Chapter Support
  • Integrierte Subtitles
  • Unterstützung einer großen Anzahl von Codecs, mindestens aber alle gängigen Codecs.
  • Integrierte Navigationsmenüs (zweitrangig)
  • Metadaten bzw. integriertes Tagging wie man es von Mp3s und dem ID3 Tag gewöhnt ist (wichtig!)
  • (Attachements)

Anhand dieser Kriterien kommt man auf

  • ASF/WMV (kein Menüs)
  • Matroska (Menü-Support noch in Entwicklung)
  • MP4
  • Ogg (keine Menüs)
  • Quicktime.

Sollte man auch noch wert auf ein freies Format legen reduziert sich die Liste auf Ogg (BSD Lizenz) und Matroska (L-GPL & BSD Lizenz).

Eine wirkliche Tagging-Funktionalität in der Spezifikation hat nur Matroska definiert.

Ogg unterstützt Tagging über einen Zusatzspezifikation in seinem Comment-Feld. Das Comment Feld des Ogg-Container, war ursprünglich nicht für Tagging ausgelegt, kann aber problemlos zweckentfremdet werden.

Mein persönlicher Favorit ist somit Matroska, da es frei verfügbar ist und alles kann, was ich zwingend von einem Video-Container erwarte.

Videotagging

Nun zum eigentlichen Anliegen dieses Posts:

Wieso ist Videotagging wenig bis gar nicht verbreitet? Genau wie getagte Musikdateien einfacher in einer Sammlung zu verwalten sind (Amarok, Songbird, Winamp, etc), wären auch Videosammlungen einfacher zu handhaben, wenn sie getagt wären.

Ein Amarok für Videos hätte so die Möglichkeit Filme mit Lieblingsschauspielern, -regisseuren oder interessanten Thematiken/Genres zu filtern und als Nutzer findet man schneller was man sucht.

Selbstverständlich gibt es bereits Programme um Filmsammlungen zu verwalten, wie Griffith, Tellico oder GCstar. Der Nachteil hierbei ist, dass die Daten zu den Filmen nur innerhalb des Programms verfügbar sind. Wenn man den Sammlunsgmanager wechselt, muss man auf passende Import/Export-Filter hoffen oder die Daten aufwendig von Hand neu eingeben.

Bei Musiksammlungen fällt der Umzug leichter: Man startet das neue Programm, liest die Sammlung anhand der Tags neu ein und fertig ist der Umzug.

MKV-Tagging heute

Die einzige funktionierende und aktuelle Möglichkeit die Tags des MKV-Containers zu bearbeiten ist die Toolcollection MKVToolnix. Hierbei muss allerdings ein XML-Tagfile von Hand geschrieben werden, dass mittels mkvmerge in den Container gemerged wird. Usability ist zwar etwas anderes, es funktioniert aber.

VLC bietet einen graphischen Tageditor, allerdings konnte ich ihn nicht dazu bewegen die Tags auch persistent im mkv zu sichern. GirlNextDoor-orion.mkv ist übrigens grausamer Pop, den man bei archive.org findet, bevor jemand auf falsche Gedanken kommt ;-)

Ziele

Längerfristig gilt es also folgende Meilensteine zu erreichen:

  • Tagging Library für einfaches Matroska-Tagging inkl. CLI
  • Graphischer Tag-Editorfür MKV-Tags
  • Entwickeln eines Collectionmanagers oder Integration eines MKV-Tageditors in bestehende Collection-Manager (Griffith, Amarok, etc.)

Vorerst sollte sich dabei an die offiziellen Tags gehalten werden, die Matroska vorschlägt. Wenn möglich sollte dies in Einklang mit Tagging für OGG & den MP4-Container gebracht werden, in erster Linie, aber auf Matroska beschränkt.

Da Matroska quasi jeden Video- und Audiocodec unterstützt, können AVI und MP4-Container verlustfrei in MKV-Container gewandelt werden und das fast in der Zeit, die für eine simple Datenkopie notwendig ist. Wenn man Tool wie avidemux nutzt, kann dies entweder in einer GUI oder via CLI erfolgen (Selbstverständlich auch skriptbar).

Comments (2) Trackbacks (1)
  1. Hi, schlage mich auch gerade mit dem Thema herum. Ich kann Tags mit den mkvtools einbauen und mit mkvextract auch wieder auslesen.
    Aber … was ich auch mache, VLC zeigt mir im Dialog aber keine Tags an (z.B. Artist). Die Matroska “Vorschläge” habe ich natürlich eingehalten. Als Titel kommt auch immer nur der Dateiname.
    Nachdem es bei Dir zu klappen scheint, welche Tags setzt Du?

  2. Da muß ich dich leider enttäuschen. Ich konnte den VLC ebensowenig dazu bewegen MKV Tags anzuzeigen, wie du.
    Ich kann auch dazu nichts im VLC Wiki oder der Doku finden.
    Kommt mir vor als ob dies nur eine Dummy-Maske wäre…


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